Schönberger meint: Nicht jeder Trend liegt richtig

 

Die digitale Welt scheint alles zu überrollen. Das Internet lässt die alten Medien wie TV, Funk und Print hinter sich. Kein Wunder, dass die weltweiten Ausgaben für die digitale Werbung mit 205 Milliarden US-Dollar dieses Jahr das gute, alte TV mit gerade mal 192 Milliarden überholen werden. Das waren zumindest die Prognosen von Zenith, noch vor vier Wochen. Und jetzt gibt es den Google Boykott.

Was ist passiert?

Viele große Werbungtreibende vertrauen dem System Programmatic Advertising.

Programmatic bezeichnet den vollautomatischen und individualisierten Ein- und Verkauf von Werbeflächen. Dabei werden auf Basis der vorliegenden Nutzerdaten gezielt auf den Nutzer zugeschnittene digitale Werbeformate ausgeliefert.

Dann kann es schon mal passieren, dass Top Marken in einem nicht gewünschten Umfeld ausgeliefert werden. Anzeigen wurden z.B. bei YouTube zum Teil neben unseriösen Inhalten gezeigt. So erschien die Werbung von L‘Oréal etwa im Umfeld extremistischer Videos.

Das kann im TV nicht passieren. TV ist für den Aufbau und die Festigung von Bekanntheit, Vertrauen und Image nach wie das wichtigste Medium. L’Oréal, McDonald’s, AT&T,  Kia, Volkswagen und viele weitere – die sich dem Werbeboykott gegen YouTube angeschlossen haben, sehen das heute auch so.

Mein Fazit: nicht jeden Trend unkritisch mitmachen. Digitale Werbung ist wichtig, aber auch TV bleibt eine wichtige Konstante in der Markenkommunikation.

js

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