26. Juni 2015Danke, Kollegen!

Während beim Festival in Cannes gerade die Werbeweltmeisterschaft läuft, will die Werbeagentur Polivox in Köln mal ganz vollmundig per Eigenwerbekampagne zeigen, wo der Bartel den Most holt – oder eben gute Werbung, sofern er denn welche braucht. Die gibt es laut Behauptung des forschen Texters bei Polivox. Wo sonst.

Im Prinzip kein schlechter Ansatz, wenn, ja wenn denn das Plakat über die Behauptung hinaus gleich den Beweis der versprochenen „guten Werbung“ liefern würde. Anstatt aber nach einer knackigen Idee fürs eigene Plakat zu suchen, packt man lieber eine Kamelle aus, wie sie oller kaum sein könnte und macht uns Werber pauschal mal eben zu Koksschniefern. Mit Ausnahme derer von Polivox, versteht sich. Also nächstes Jahr in Cannes, Freunde, da müsst ihr mit dieser Kampagne einfach dabei sein, aber mal ganz weit vorne!

„Ist doch wunderbar!“, freue ich mich also, „Soll der Kölner Marktbegleiter doch ruhig plakativ und öffentlich beweisen, dass man bei ihm vielleicht frische Farbe aber sicher keine frischen Ideen bekommt.“ Dass die drogenfreien Polivox-Leute zur Schöpfung ihrer famosen Eigenwerbung laut eigener Aussage ersatzweise nur „ein bisschen Ahoi Brausepulver und hochprozentige Schokolade“ bekommen haben und dabei aber bereits „viel Spaß“ hatten, lässt mich ein wenig erschaudern. Was passiert, wenn man ihnen mehr von dem Zeugs gibt??

Ganz am Rande: Warum Ströer auf seinen nagelneuen, enorm aufwändigen und sicher nicht ganz preiswert zu buchenden City-Light-Säulen kurz nach ihrer Aufstellung neben der Kokser-Headline die anderen Polivox-Motive „Werbung geht mir am Arsch vorbei“ und „50% der Plakate liest kein Schwein.“ erscheinen lässt, muss mir auch erst mal jemand erklären. Aber bitte nicht mit Aufmerksamkeit und Ironie oder so.

gk

polivox