8. Juli 2014Kupfern, die alte Werberkrankheit

Die Vorlage stammt von Intevi, läuft als B2B-Kampagne seit 2012, wurde im Jahrbuch der Werbung publiziert und beim World Media Festival 2013 mit Gold ausgezeichnet. Sie bewirbt als Imagekampagne in den Jahren 2012 und 2013 die Marke J.D. Neuhaus mit ihrem neuen Claim und seit Anfang diesen Jahres als Produktkampagne die Hebezeuge des mittelständischen Weltmarktführers aus Witten an der Ruhr. 2013 kam dann die Deutsche Telekom mit ihrer Netzkampagne und seit Juni 2014 gibt es nun auch für GKN Powertrain Services einen quasi identischen Auftritt. Dramatische Bildsprache, stark stilisierte Helden als Eye Catcher und mit Blickkontakt zum Betrachter, Composings der Arbeitswelt im Hintergrund…

Okay, schön, wenn die eigene Arbeit in dieser Weise als Vorbild fungiert. Nachahmer zu finden ist nach japanischer Philosophie bekanntlich auch ein Kompliment und somit eine Art von Beweis für gute Konzept- und Kreativleistung. Trotzdem. Wenn andere sich den mühevollen Kreativprozess in jeder Hinsicht sparen, mit der fremden Idee losziehen, Kunden überzeugen und als Eigenleistung abrechnen ist das immer wieder ärgerlich für die Schöpfer des Originals.

Natürlich ist das alles reine Spekulation. Die betroffenen Kollegen werden das Kupfern weit von sich weisen und behaupten, die Originalvorlage noch niemals gesehen zu haben. Na klar. Also Klappe halten, Mund abputzen, weitermachen?? Immer wenn so was passiert, fühlt man sich irgendwie betrogen, beklaut. Aber es gibt nun mal kein Exklusivrecht auf Ideen und keinen Schutz vor frechen Kupfern wie diesen. Und die Fachpresse will davon schon lange nichts mehr wissen. Fazit: Fühl dich gut im Sinne japanischer Weisheit und mach beim eigenen Kunden das Beste draus. Zeig, dass deine Idee gut genug ist um anderen als Vorbild zu dienen. Und: Bewahre den eigenen Anspruch, deinen Kunden Originalität für ihr Geld zu liefern.

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